Überblick
Postira ist ein Hafenort im Norden von Brač, dessen Geschichte mit Dol, Fischerei, Fischverarbeitung und Landwirtschaft verbunden ist. Frühchristliche Fundstätten in der Umgebung und das Geburtshaus von Vladimir Nazor erweitern die Ortsgeschichte über die heutige Uferpromenade hinaus.
Die Abwanderung aus Dol und die Entwicklung der Hafenwirtschaft sind entscheidend für das Verständnis von Postira.

Vom Hafen von Dol zur Siedlung
Postira entwickelte sich zu Beginn des 16. Jahrhunderts durch die Zuwanderung von Menschen aus Dol und später vom Festland. Der Hafen wird erwähnt, bevor sich eine dauerhafte Küstengemeinde entwickelte. Die Verbindung zu Dol blieb auch nach der Gründung einer eigenständigen Pfarrei wichtig: Das Dorf im Inselinneren und der Anlegeplatz am Meer gehören zur selben Geschichte der Bewegung von Menschen und Gütern.
Pfarrzentrum über einer älteren Basilika
Die Kirche St. Johannes des Täufers (crkva sv. Ivana Krstitelja) steht am Standort einer frühchristlichen Basilika. Der neuzeitliche Kirchenbau besitzt auch Verteidigungselemente, die in einer Zeit der Unsicherheit an der Küste entstanden. Mirje und Lovrečina in der Umgebung zeigen weitere frühchristliche Anlagen; sie sind jedoch nicht als Teile des heutigen Dorfes zu verstehen.
Arbeit am Meer und auf den Feldern
Fischerei und Fischverarbeitung, darunter eine 1907 gegründete Fabrik, prägten den Ort stark. Olivenhaine, Weinberge, Steinbearbeitung und andere Handwerke verbinden die Küste mit dem Hinterland. Postira bleibt deshalb auch außerhalb der Tourismussaison Wohn- und Arbeitsort.
Nazor und die Erinnerung an die Häuser am Meer
Das Geburtshaus von Vladimir Nazor liegt im historischen Ortskern in einem Gebäudekomplex, der mit der Familie Lazanić verbunden ist. Nazors Geburt in Postira und seine Kindheit in Bobovišća na Moru sind zwei verschiedene Stationen seiner Biografie. Das Haus macht Literaturgeschichte am realen Ort erfahrbar.



