Überblick
Minjera ist ein stillgelegtes Naturbitumenbergwerk nördlich von Škrip, in dem Stollen mit natürlichen Höhlenräumen verbunden sind. Es zeugt von der Bergbau- und Industriegeschichte von Brač und von der Verarbeitung bitumenhaltigen Gesteins zu Erdpech (paklina).
Der Abbau wurde 1874 eingestellt; 1967 wurde der Standort erneut bergbaugeologisch untersucht.
Lage und Identität des Standorts
Minjera liegt im Gebiet Galerija nördlich von Škrip an der Straße Richtung Splitska. Die bergbauliche Fachliteratur bringt den Namen mit dem italienischen Wort miniera (Bergwerk) in Verbindung. Der alte Hauptschacht und nahe gelegene Erkundungsstollen gehören zum ehemaligen Asphaltbergwerk Škrip.
Dies ist ein Bitumenbergwerk auf Brač und nicht die gleichnamige Minjera in Istrien. Abgebaut wurde hier karbonatisches Gestein, das von natürlichem Bitumen durchsetzt ist.
Bergbaugeschichte und Erdpechgewinnung
Fachliteratur datiert den Beginn des Abbaus auf etwa 1750. Die Planungsunterlagen der Stadt sind vorsichtiger: Sie vermuten einen Beginn in der Mitte des 18. Jahrhunderts und nennen eine Abbaulizenz von 1780 als ersten schriftlichen Beleg. Diese Angaben sind zu unterscheiden: Ein geschätzter Beginn der Arbeiten ist nicht dasselbe wie eine erhaltene Genehmigung.
Durch Erhitzen des bitumenhaltigen Gesteins wurde Erdpech (paklina) gewonnen, das zur Asphaltproduktion nach Venedig und in andere Häfen an der Adria gebracht wurde. Im 19. Jahrhundert nahm die Produktion zu. Der Abbau endete 1874; 1967 fanden neue bergbaugeologische und geodätische Untersuchungen statt.
Bergbaustollen und natürliche Höhle
Minjera verbindet ausgegrabene Stollen mit natürlichen Hohlräumen im Untergrund. Auf einen niedrigen Hauptgang folgt ein verzweigtes Netz aus Seitenstollen und Kammern, die bei der Suche nach und dem Abbau von bitumenhaltigen Schichten entstanden. Die speläologische Beschreibung unterscheidet den Hauptgang von der Gesamtlänge aller vermessenen Gänge: Die Angabe von ungefähr einem Kilometer bezieht sich auf das Netz und nicht auf einen einzigen geraden Stollen.
Vlado Božić beschreibt auch natürliche Höhlenabschnitte und gefährliche Stellen mit altem Grubenausbau. Die historisch vermessene Länge der Gänge ist daher nicht mit der Länge eines ausgebauten oder heute begehbaren Besucherwegs gleichzusetzen.
Bedeutung für Škrip und die Untergrundforschung
Das Bergwerk Minjera ergänzt die Geschichte der Arbeit in Škrip: Neben Landwirtschaft und Steinbearbeitung zeigt es auch den Abbau bitumenhaltigen Gesteins. Während die römischen Steinbrüche den Abbau von Baustein belegen, erzählt Minjera von der Gewinnung und Verarbeitung eines anderen Rohstoffs.
Der Standort ist auch als unterirdischer Lebensraum bedeutsam. Eine wissenschaftliche Arbeit aus dem Jahr 2017 dokumentiert die Probenahme von Höhlenfauna in Minjera im September 2014 und veröffentlicht die Koordinaten des Fundorts. Diese Angaben bestätigen die Bedeutung des Bergwerks für die Forschung, legen aber die heutigen Zugangsbedingungen nicht fest.
Karteneintrag und Zugang
Die Kartenposition stammt aus veröffentlichten Koordinaten des Standorts in einer wissenschaftlichen Arbeit. Sie bezeichnet weder einen bestätigten Parkplatz noch einen ausgebauten Zugang oder einen sicheren Eingang. Eine Planungsunterlage der Stadt beschreibt den Eingang und vorgesehene Verbesserungen des Bergwerks. Das Projekt selbst belegt jedoch weder die Umsetzung der Arbeiten noch organisierte öffentliche Besuche.
Es handelt sich um ein verlassenes Bergwerk mit unterirdischen Stollen, niedrigen Durchgängen und alten bergbaulichen Einbauten. Kläre vor einem Besuch die Erlaubnis des Eigentümers und die aktuellen Bedingungen bei den zuständigen örtlichen Stellen oder einem speläologischen Verein. Betritt den Untergrund weder allein noch ohne geeignete Ausrüstung und fachkundige Begleitung.